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Die Herkunft der Chasselas- oder Gutedelrebe ist umstritten, man vermutet jedoch, dass sie zu den ältesten kultivierten Sorten gehört.
Auf das hohe Alter der Chasselasrebe weist schon die Vielfalt ihrer Formen hin. Bei Rebendarstellungen auf 5000 Jahre alten ägyptischen Grabmalereien müsste allerdings noch genauer geprüft werden, ob es sich tatsächlich um diese Sorte handelt.
In der Oase El Fayum finden sich ähnliche Rebformen, welche die Vermutung einer orientalischen Herkunft der Chasselasrebe unterstützen.
Der Vicomte d’Auban, ein französischer Diplomat im Dienst von König Franz I., soll die Rebsorte 1523 vom Hof von Sultan Suleiman II. nach Frankreich gebracht haben, wo sie in der Gemeinde Chasselas südwestlich von Mâcon erstmals angebaut worden sein soll. Über Jahrhunderte berühmt war der Chasselas de Thomery. In diesem Ort unweit von Fontainebleau wurde die Rebe an hohen, wärmespeichernden Wänden kultiviert.
Unter König Ludwig XV. soll dann General Courten Stecklinge von Fontainebleau in die Schweiz gebracht haben; man spricht aber auch vom umgekehrten Weg! Die Herkunft des Chasselas ist noch nicht gesichert, und so rätselt man schon ein Jahrhundert lang.
Die genaue Herkunft einer Rebsorte ist immer schwierig zu bestimmen. Geht man jedoch von der Annahme aus, sie sei dort zu suchen, wo sie am meisten und am längsten angebaut wird, besteht kein Zweifel: Der Chasselas ist die Schweizer Rebe par excellence. Die ältesten schriftlichen Erwähnungen von Weisswein im Genferseebecken gehen auf das Jahr 1202 zurück. Hinweise auf den Chasselas tauchen ab dem 14. Jahrhundert auf.
Um 1900 ist der Chasselas die vorherrschende Rebsorte in den Kantonen Waadt, Genf, Neuenburg und in der Deutschschweiz.
Im Wallis führt das Erscheinen der Reblausplage (1906) zum Rückgang der autochthonen Sorten und zur Förderung des Chasselas, der hier als Fendant einen wahren Siegeszug antritt.
"Der Chasselas ist ein Waadtländer - KLUGE KÖPFE SPÜREN DEN URSPRUNG DER CHASSELASREBE AUF
Das Forschen nach der Herkunft einer Rebsorte ähnelt polizeilicher Ermittlungsarbeit, kreuzen sich doch echte und falsche Fährten schier unaufhörlich. Für eine wahre Revolution sorgte jedoch die Genanalyse, ob in der Rebsortenforschung, der Kriminalistik oder bei Vaterschaftstests!." Mehr informationen ...
Informationsquelle: Schenklive - n°4 Septembre - Octobre 2010
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