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Chasselas – Die Königsrebsorte am Genfersee - Weine Im schweizerischen Klima liefert der Chasselas fruchtige, aromenreiche Weine in einer breiten Gehaltspalette; von leichten, süffigen Typen bis Crus mit kräftigem, alkoholbestimmtem Charakter, etwa bei gewissen Fendants sowie Weinen aus den Appellationen Dézaley, Mont-sur-Rolle oder Yvorne. Die Qualitäten des Chasselas konzentrieren sich – bestimmt durch Reifegrad und Terroir – in den Fermentations- oder Sekundär- sowie den Tertiäraromen. Die Berücksichtigung des Terroirs bei der Vinifikation ist von erstrangiger Bedeutung.


Die Chasselas- oder Gutedelrebe ist leicht zu erkennen: der Knospenaustrieb ist kupfrig, die Ranken und schlafenden Augen sind stark entwickelt, die Trauben mittelgross bis gross und kompakt, die Beeren rund, gelblichgrün, auf der Sonnenseite schnell einmal golden bis bräunlich verfärbend. Sie ist frühreif (1. Reifeepoche) und dient damit als Vergleichsgrundlage für die Reife der anderen Rebsorten. Der durchschnittliche Erntezeitpunkt liegt in der Westschweiz zwischen Mitte September und Mitte Oktober.
Je nach Region ergibt der Chasselas fruchtige, blumige, terroirgeprägte und leicht süsse Weine. In den grossen Jahrgängen entfalten sich nach fünf bis zehn Jahren Lagerung Honigaromen sowie nussige Noten, und der Wein gewinnt eine beendruckend geschmeidige, körperreiche Textur.

Ein Aperitivwein weckt das Verlangen, ohne es je zu befriedigen.

Diese Definition passt vortrefflich für den Chasselas. Er ist also ein vorzüglicher Apérowein, eignet sich aber auch bestens als Begleiter zu verschiedenen Gerichten. In der Westschweiz etwas anderes als einen Chasselas bzw. Fendant zu einem Fondue oder einer Raclette, zu einem Vacherin Mont-d'Or oder zu Fischen – Eglifilets, Forellen, Hechte – aus den Seen und Flüssen zu trinken ist fast undenkbar.

Im Glas funkelt der Chasselas je nach Herkunft grünlich- bis strohgelb.
Im Glas funkelt der Chasselas je
nach Herkunft grünlich- bis strohgelb. - Féchy


Ein Hoch auf die königliche Rebe
Confrérie du Guillon, Botschaft des Gouverneurs Jean-Claude Vaucher. Revue Le Guillon No 49 2/2016
Confrérie du Guillon

Der Chasselas wurde während Jahren schlecht gemacht wie keine andere Rebsorte. Niemandem konnte er es recht machen und man sprach dem Wein jede Tugend und jede Zukunftsperspektive ab. Selbst einige Fachleute haben zu diesem negativen Bild beigetragen, indem sie kein gutes Haar an ihm liessen und ihn aus ihren Weinbergen verbannten.

Das ging so weit, dass sogar die Bundesbehörden Winzer subventionierten, die vermeintlich bessere Reben pflanzten. Flächenmässig reduzierte sich der Chasselas in den zwanzig letzten Jahren beträchtlich, insbesondere im Wallis, wo er heute noch auf weniger als 1‘000 Hektaren gedeiht. Zum Glück haben sich die Waadtländer Winzer nicht auf diese Zerstörungsaktion eingelassen, so dass der Chasselas weiterhin unsere Rebberge dominiert.

Umso mehr als der Wind gedreht hat, die Meinungen geändert wurden und sogar die Journalisten diese Weine nicht mehr schlecht machen. Ganz im Gegenteil. Wir stellen heute bei den Meinungsmachern echtes Interesse fest, der von aktiven Promotionsaktivitäten begleitet ist, um die ausserordentlichen Qualitäten des Chasselas und seine Eigenheit bekannt zu machen. Denken wir etwa an das schöne Buch der Journalistin und Weinspezialistin Chandra Kurt Chasselas - Von Féchy bis Dézaley, Ein weinkulinarisches Abenteuer im Waadtland, eine tolle Reise auf den Spuren der Schätze in den Waadtländer Weinbergen, das auf Deutsch und Französisch erschienen ist.
Der Erfolg des Buches ist so gross, dass es sogar auf Englisch übersetzt wird. Denken wir auch an das bekannte Buch des Weinkellners Jérôme Aké Béda, "Les 99 chasselas à boire avant de mourir", ein Werk, das die grosse Lagerfähigkeit dieser Weinsorte belegt, die zuvor kaum je erwähnt wurde und die zu einem guten Teil zum neuen Ansehen des Weins beiträgt.
Es wäre dabei eine Unterlassungssünde, nicht vom prächtigen Film von Florian Burion Chasselas Forever zu sprechen, in dem während mehr als einer interessanten Stunde Wissenschaftler, Historiker und Winzer das Geheimnis der Herkunft dieser für die Westschweiz typischen Rebsorte lüften. Diese aussergewöhnliche technische Realisierung lässt uns die Geschichte des Chasselas nachvollziehen, so wie wir sie nie gesehen haben.
Das Office des Vins Vaudois steht mit seiner Broschüre In Chasselas veritas in nichts nach, wo alle Facetten der Rebsorte beschrieben und gerühmt werden.

Abgesehen von Büchern, Filmen und anderen lobenden Berichten in den Medien dürfen wir den bemerkenswerten Elan des Komitees für den Mondial du Chasselas, nicht vergessen, des Wettbewerbs, der dieses Jahr zum fünften Mal durchgeführt wurde und immer erfolgreicher wird. Diese internationale Degustation begnügt sich nicht damit, Medaillen zu verleihen, sondern hat auch ein grosses Fest zu Ehren dieser Rebsorte ins Leben gerufen und wirbt, zwischen zwei Wettbewerben, in der Schweiz und im Ausland für den Chasselas.

Die Rückkehr in Ruhm und Ehre unserer königlichen Chasselas-Rebe erfreut uns sehr. Sie erlebt eine erfreuliche und absolut verdiente Revolution, wobei der Waadtländer Weinbau als grosse Siegerin da steht.


Confrérie du Guillon